Robert Kolb legt seine Beobachtungen zu Luthers Verständnis von Gott als Person dar. Wir bleiben also einerseits im 16. Jahrhundert und sind doch andererseits mit hochaktuellen theologischen und anthropologischen Fragen konfrontiert. Was macht jemanden zu einer Person? Vor allem aber: Was macht Gott zu einer Person? Für Luther, so zeigt Kolb, sind es vor allem Gotts Reden, seine Taten und seine Gefühle, die ihn uns als ein »persönliches« Gegenüber erfahren lassen. Luther vermeidet dabei aufgrund seiner konsequenten Einstimmung in die altkirchliche Trinitätslehre (ein Wesen in drei Personen) den Personbegriff, wenn er allgemein von »Gott« redet - und doch wird Gott in Wort, Tat und Gefühl uns gegenüber »persönlich«. Johann Gottfried Herder nannte dies »Gott bequemt sich dem, zu dem er spricht.« Robert Kolb fördert auf den Spuren Luthers Erstaunliches zutage.
(aus dem Editorial von Schriftleiter Achim Behrens)