Der Beitrag von Werner Klän erscheint zum 75-jährigen Jubiläum der Lutherischen Kirchenmission (LKM), die landläufig »Bleckmarer Mission« genannt wird. Klän zeigt aus den Anfangszeiten dieser Mission (die freilich nicht ohne Vorgängereinrichtungen war), dass hier eben eine Kirchenmission unter der Maßgabe »Lutherische Kirche treibt lutherische Mission« entstand, die sich nicht nur zufällig, sondern programmatisch, weil bekenntnistheologisch motiviert, von vereinsrechtlichen Organisationen unterschied. Kläns Text ist schon deshalb ein profunder Forschungsbeitrag, weil er eine Vielzahl von sonst nicht edierten Dokumenten aus dem Archiv der Lutherischen Kirchenmission (ALKM) und dem Kirchenarchiv der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oberursel (KASELKOU) heranzieht und gründlich auswertet. Dabei konzentriert er sich im Grunde auf die Gründungsgeschichte der LKM bis Mitte der 1950er Jahre.
Deutlich wird dabei, wie schwierig der Weg einer Verständigung verschiedener lutherischer Freikirchen zu einem gemeinsamen Missionswerk war - obwohl doch alle diese Kirchen aus heutiger Sicht als »konkordienlutherisch« gelten können. Es sind eben nicht immer nur theologische Gründe, sondern das, was Sigmund Freud einmal den »Narzismus der kleinen Differenz« genannt hat, der auch nahe Verwandte in Streit geraten lässt. Gott sei's geklagt! Zugleich lässt sich an der Gründungsgeschichte der LKM - ähnlich wie an der Geschichte der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel - der Beitrag eines solchen Werkes zur schließlichen Einheit der SELK erkennen.
(aus dem Editorial von Schriftleiter Achim Behrens)