Ich kroch auf allen vieren absolut würdelos über vereiste Stellen auf der Piste und fluchte leise vor mich hin [...] Keine Ahnung, wie lange es dauerte, bis wir oben ankamen Irgendwann stand ich da, an der Spitze von Cringe Mountain.
Was cool ist, bestimmen immer die anderen - so auch im Leben der Erzählerin, die von klein auf weiß, was es heißt, nicht schlank, abgebrüht, edgy genug zu sein. Aus Angst vor der Peinlichkeit des Lebens versteckt sie sich hinter den Erwartungen der anderen, hinter denen ihres nutellahassenden Vaters, ihres schnöseligen Boyfriends Fabian, ihres viel zu coolen Arbeitgebers. Erst, als Flora, Josef und Rosalie (und eine ziemlich gute Therapeutin) in ihr Leben treten, wird ihr Mut langsam größer als die Angst vor dem Cringe. Gemeinsam stellen sie sich die Frage: Was ist ein cringefreies Leben wert, wenn man sich dabei selbst verliert? Mit den Menschen, die sie nicht?trotzdem, sondern genau?deshalb?lieben, traut sie sich, nach einer Antwort zu suchen. Und findet sie irgendwo zwischen Pina Coladas, No-Angels-Songs und einer wahnwitzigen Bergwanderung.
»Mit viel Liebe und Humor katapultiert Verena Bogner uns in die bittersüßen Irrungen und Wirrungen des Heranwachsens. Eine berührende Reise durch die Wachstumsschmerzen auf dem Weg zu Emanzipation und Selbstfindung.« Nadja Benaissa
»Coolness als Haltung ist hochgradig überschätzt und müssen wir dringend hinter uns lassen. Verena Bogner hat das längst begriffen.« Jovana Reisinger
In diesem Haushalt trug niemand Jogginghose und schlabbrige Pullis und man musste so tun, als würde man sich in Jeans extrem wohlfühlen. Ich sehnte mich nach meinen löchrigen Leggings, die an den Knien schon so ausgeleiert waren, dass die Dellen von alleine stehen blieben.
Dass Nutella eine Abscheulichkeit ist, hat unsere Erzählerin schon früh von ihrem Vater gelernt. Wenn dem neuen Boyfriend ihre Vorliebe für Trash-TV zu peinlich ist, verzichtet sie natürlich gerne auf die neue Staffel des Dschungelcamps. Und dass sie gerne Lady Gaga hört, erwähnt sie vor den super coolen Kolleg:innen lieber nicht. Denn wer sich selbst treu bleibt, riskiert am Ende, allein zu sein, oder?
Das gilt zumindest bis sie Flora, Josef und Rosalie trifft, die sie nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Leidenschaft für No-Name-Chips und die No Angels lieben. Zum ersten Mal muss sie sich nicht verstellen. Zum ersten Mal darf sie einfach sein. Doch wer ist sie eigentlich, wenn niemand mehr zuschaut?
»Coolness als Haltung ist hochgradig überschätzt und müssen wir dringend hinter uns lassen. Verena Bogner hat das längst begriffen.« JOVANA REISINGER